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  • Ilse_Ritz

Wintersonnenwende

Die Wintersonnenwende ist eine der heiligsten Sonnenfeiern im Jahreskreis. Sie wird als die tiefste, längste und dunkelste Nacht des Jahres bezeichnet – auch MUTTERNACHT genannt. In dieser Nacht gebiert die Göttin tief in der finsteren Erde in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind. Die Wiederkehr der Sonne wird im Brauchtum als Sieg des Guten über das Böse gefeiert, als Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Die Schleier zwischen den Dimensionen lichten sich mit der Wintersonnenwende und die Welt ist von Mystik durchwebt. Alljährlich zeigt uns die Natur, wenn nach der längsten Nacht des Jahres nun die Tage endlich wieder länger werden, dass nach Kälteeinbruch und dem Rückzug vieler Pflanzen in die schützende Erde, neues Leben in dieser zu keimen beginnt.


Die Nacht der Wintersonnenwende ist die dunkle Nacht der Neugeburt. Eine Nacht die uns umgibt wie eine schützende Erdhöhle, wo Vieles in uns in Stille und Frieden zurückfinden kann in die Akzeptanz von Liebe und Frieden. Die Nacht vom 21./22. Dezember wird auch Thomasnacht genannt und ist sozusagen die Nullte Raunacht.


Diese Mutternacht, die alle Wesen hervorbringt und sie wieder zu sich nimmt, verbindet uns mit Jenen, die längst vor uns gingen. Statt Konkurrenz und Wettbewerb diktierte ihr Leben Fürsorge und Eins-Sein mit der Gesamtheit von Gottes Schöpfung. Die mythische Zeit geht uns voraus, sie steht in vielfältiger Beziehung zu unseren Gedanken und Emotionen. In dieser dunklen Nacht wird die Sonne geboren, Lebenskräfte werden gestärkt und das Licht schenkt uns Mut, Hoffnung und Kraft.


Gold, Stroh, Adventkranz, Weihnachtsbaum, Krippe und Vieles mehr sind alte Symbole dieser Nacht, ohne die es uns schwerer fiele, uns an das göttliche Licht in uns zu erinnern.


Einem der vielen Sonnwendmythen zufolge verfolgt die WILDE JAGD den Hirschen, der die Sonne durch die Unterwelt trägt und deshalb lange Nächte verursacht. Der Sonnenhirsch wird von Odin und seinem Gefolge, sowie einer Hundemeute als Vorhut und Pferden, Raben, Wölfen, Hasen und Wildschweinen aus der Unterwelt in den Himmel hineingetrieben. Odin als obrster Kriegsgott und Anführer der toten Helden war in dieser Zeit mit seiner Horde unterwegs, um wie Frigg seine Gemahlin, Unrecht sichtbar zu machen, für Gerechtigkeit zu sorgen und darauf zu achten, dass alles auf der Welt seine Ordnung behielt und die Vorschriften der Zeit zwischen den Zeiten eingehalten wurden. Frigg ist die Urgrstalt der Percht und Holla ihre – Entsprechung in den nördlichen Ländern. Frigg ist die Beschützerin der Ehe und Mutterschaft. Sie hatte wie Odin Seelen in ihrem Gefolge und ihr wurde nahgesagt, dass sie die toten Kinder in Erdbeeren verstekcte, um sie unentdeckt nach Wallhall mitnehmen zu können. Auch Percht war für Kinderseelen zuständig. Ihre Wilde Jagd hatte nicht das Kämpfen im Sinn, sondern diente der Abwehr der verderblichen Mächte.


Balder der Sohn Odins und der Frigg war der Gott des Lichtes. Seine langen blonden Haare werden als Sonnenstrahlen gedeutet. Um sein von ihm selbst im Traum gesehenes Schicksal abzuwenden, verpflichtet seine Mutter alles Lebende und Leblose in Walhall, ihm kein Leid anzutun. Weil er dadurch unverletzbar wird, vergnügen sich die Götter damit, aif Balder mit Pfeilen und Steinen zu schießen. Doch Loki (Gott des Feuers) weiss, dass Frigg die Mistel für zu unbedeutend gehalten und sie als einzige nicht zum Schwur aufgefordert hatte. Er schummelt einen aus Mistelgrün geschnitzten Pfeil in den Köcher Hödurs, des blinden Bruders des scheinbar Unverwundbaren. Balder wird tödlich verletzt. Das Schiff auf dem er aufgebahrt wrd, wird auf Rollen ins Meer gestoßen. Dabei fängt es Feuer. Schiff und Leichnam verbrennen. Die Prophezeihung verspricht eine Rückkehr des Sonnengottes. Die Wintersonnenwende erinnert also alljährlich an diese Auferstehung des Gottes, der sich gegen jedes Unrecht wendet.


Percht – ist die Göttin der Raunächte, sie wacht über dieses Gebot : alle Räder sollen stillstehen – alle Arbeit soll ruhen. In der Thomsnaht musste alles Spinngut fertig sein.


Weihnachtsbaum – Weltenbaum

Ist ein uraltes Symbol, das weit in die Steinzeit zurückreicht und konnte auch von der katholischen Kirche nicht verdrängt werden. Der Weihnachtsbaum ist eigentlich ein Abbild des Weltenbaumes, geschmückt mit heiligen und magischen Symbolen , behängt mit goldenen Äpfeln des ewigen Lebens, mit den Nüssen der Weisheit und mit Kerzen beleuchtet. Wir schmücken den lebensspendenden Weltenbaum mit den Symbolen unseres Kosmos. Unser Weihnachtsbaum ist eigentlich unser Lebensbaum – er verbindet Kosmos und Erde; Universum und Mensch. Er ist ein Symbol für unsere Verbindung mit anderen Welten. Der Weltenbaum ist das Universum – er ist das Lebensgewebe.

Das Schmücken des Weihnachtsbaumes war eigentlich ein schamanisches Ritual zu Ehren des Weltenbaumes. Das Hereinholen einer Fichte bedeutet eigentlich das Hereinholen und Verehren des Waldschutzgeistes. Tanne, Fichte, Eibe sind alte schamanische Weltenbäume. Der Tannenbaum wurde im Norden als Wohnsitz der Götter bezeichnet. Die Tanne gilt als schamanischer Weltenbaum – als eine Art Himmelsleiter.

Die Weihnachtskugeln ersetzen heute die goldenen Äpfel. Die Kugeln sind bevorzugt in Gold für die Sonne oder Rot für das Feuer des Lebens und die Lebenskraft. Die Strohsterne waren Symbole von kleinen Sonnenrädern.


Das Licht schenkt uns Mut, Hoffnung und Kraft. Verwurzeln wir uns in dieser Nacht und gehen wir unseren Lebensthemen nach und überprüfen wir unsere Lebens- und Lernaufgaben.
































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