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  • Ilse_Ritz

Schicksalsfrauen-Schicksalsgöttinnen

Die NORNEN (nord. „Raunende“) – sind in der nordischen Mythologie schicksalsbestimmende weibliche Wesen, von denen einige von Göttern, andere von Zwergen oder Elfen abstammen sollen. Die Rede ist von drei Schicksalsfrauen, die am Urdbrunnen am Fuße des Weltenbaumes Yggdrasil sitzen und über das Los der Götter und Menschen entscheiden. Urd, Norne und Schicksalsgöttin der Vergangenheit. Sie war von Ur –Ewigkeit an, da. Sie ist die Göttin des ersten Schöpfungsimpulses und ihr Name bedeutet Wort, denn „am Anfang war das Wort“ und ihr Wort hat auch die letzte Gültigkeit. Urd symbolisiert dynamisches Werden und das, was schon da ist und das was sich immer wieder selbst gestaltet und aus seinen Ursachen hervorbringt. Urd mahnt, dass etwas, das geschehen ist, nicht aufhört ins heute zu wirken, weil es lange her ist. Seine Wirkung kann sich nur in dem Maße verändern, wie der Einzelne heute darauf einzuwirken vermag. Es ist also nie „die Zeit, die Wunden heilt“ sondern nur die tatsächliche und aktuelle Behandlung der Wunde. Werdandi, Norne und Schicksalsgöttin der Gegenwart. Sie ist die mittlere der drei Nornen und verwirklicht die Entscheidungen der Norne Urd. Nur hier kann aus dem Erbe der Urd etwas gemacht werden. Sie ist die, die die Wirklichkeit verändern und formen kann. Sie ist das gestaltende Element und bestimmt damit, was wird. Werdandi hat die Gestalt einer jugendlichen Frau, die exakt im Hier und Jetzt ist. Sie lebt im hauchdünnen Bereich zwischen Vergangenheit und Zukunft; und diese Zukunft beginnt im nächsten Augenblick, mit dem nächsten Atemzug. Als Norne der Gegenwart ist sie zuständig für die Evolution des Weltgeschehens. Werdandi ist aber auch großherzig, sie hat Erbarmen mit den vom Schicksal Benachteiligten, sie tröstet und ermuntert sie, den Schicksalsfaden selbst in die Hand zu nehmen. Skuld, Norne und Schicksalsgöttin der Zukunft. Sie steht für das „Werden Sollende“. Sie ist im Gegenstz zu den anderen Nornen eine unberechenbare Macht, die keine Liebe zu den Menschen und Gottheiten hegt. Emotionslos und unerbittlich setzt sie die Zwänge des Schicksals um. Ihr Name ist auch mit dem Wort Schuld verwandt. Skuld ist auch die Göttin des göttlichen Gesetzes und der göttlichen Gerechtigkeit. Sie trägt einen Schleier, denn sie verhüllt das, was noch kommen mag. In jeder Hand hält sie ein ungeöffnetes Buch oder eine zusammengerollte Schriftrolle. Ihr Blick ist stets in die entgegengesetzte Richtung vom Blick der Vergangenheitsnorne Urd gerichtet. Nächtens streift sie durch die Wälder und wird ehrerbietig von Menschen eingeladen und um Weissagung gebeten. Als Schicksalsgöttin der Zukunft ist Skuld auch die Norne des Todes. Es heißt, dass die drei Nornen für den Erhalt des Weltenbaumes Yggdrasil sorgten, indem sie ihn mit Wasser aus der Quelle versorgten. Dieses Wasser war so heilig, dass alles, was mit ihm in Berührung kam, weiß wurde. Diese drei Nornen lenkten das Schicksal der Welt. Daneben wird von Nornen gesprochen, die sich an das Kindbett stellten und den Müttern bei der Geburt beistanden, um dann das persönliche Schicksal des Säuglings zu verkünden. Es heißt sogar, es gäbe gute und böse Nornen - entsprechend gemischt falle das Geschick des Einzelnen aus. In dieser Vorstellung schwingt mit, dass es auch mehr als 3 Nornen geben kann. Woher die Nornen kommen, ist nicht klar, an einer Stelle heißt es, dass sie von den Asen, den Alben und den Zwergen abstammen. Die Nornen sind auch die Gebieterinnen der Zeit. Es heisst, dass sie den Schicksalsfaden der Menschen und Gottheiten spinnen. Sie wurden auch die göttlichen Weberinnen genannt, die ständig alles aus den verschiedenen Dimensionen des Gewordenen, des Seienden und des Werden Sollenden miteinander verwebten. In den Mythen werden die Nornen als die Töchter der alten Erdgöttin Erda beschrieben, deren Welt gleich neben den Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil zu finden sein soll. Gemäß der Mythologie haben vor Urzeiten die Nornen nach einem Streit unter den Gottheiten die Schicksalstafeln übernommen. Seither lenken sie die Geschicke der Menschen wie der Gottheiten, indem sie die Fäden des Lebens spinnen, weben und abschneiden. Den Menschen bringen sie Heil, wie Unheil und definieren deren Lebensspanne. Es heisst, dass zwei von ihnen einem Neugeborenen Glück und Begabung in die Wiege legen, während die Dritte (Skuld) durch ihren Spruch diesem Glück eine Grenze (den Tod) setzt. Die Nornen verwalten von ihrem Platz unter der Weltenesche das Schicksal, erspähen, verhängen es und sprechen es aus. Dies ist auch der Ort, an dem die Gottheiten ihre Versammlungen abhalten und von den Nornen deren Urteil vernehmen. Da die Nornen bei der Quelle am Fuße Yggdrasils wohnen, sind ihnen lebensfördernde Kräfte gegeben. So stehen sie auch mit ihren helfenden Kräften Müttern bei der Geburt bei. Nach der nordischen Mythologie wird das Schicksal eines Menschen zum Zeitpunlt der Geburt bestimmt. In diesem Augenblick sollen weibliche Geister oder Ahninnen kommen, um sich das Kind genau anzuschauen und ihm seine Bestimmung zu geben. In vielen Märchen sind Urd und Verdandi der mythologische Hintergrund für die guten Feen und für freundliche Gestalten, während Skuld die böse Hexe ist. Am Wurzelstock von auffalend großen Bäumen wurden für die 3 Nornen Speisen, Getränke, Wolle und Garn geopfert. Die BETHEN– keltisch-alpenländische Mutter- und Schicksalsgöttinnen Wilbeth, Ambeth und Borbeth bilden als Bethen die göttliche Triade als Erd-, Mond- und Sonnenmutter. Sie sind Schicksalsgöttinen. Die Silbe „Beth“ bezeichnet schon die Göttin. Ambeth (später Margarethe) ist die Leben gebärende Mutter, sie ist licht und gut. Als Symbol für das ewige Leben, für den Kreislauf Geburt –Tod -Widergeburt ist sie oft mit einer Schlange der Urmutter dargestellt. Wilbeth (später Katharina) teilt das Schicksal zu und symbolisiert den Lebenslauf. Sie ist die Schicksalsbestimmerin, die auf ihrem Spinnrad den Lebensfaden spinnt. Borbeth (später Barbara) hat den typischen Leben - Tod Aspekt. Sie schneidet den Lebensfaden ab. Sie verkörpert die Mutter Erde, die ihren dunklen, bergenden Schoß auftut, um Menschen zu gebären und sie wieder zu sich zu nehmen. Ihr Symbol ist der Turm der zur Bewachung dient und damit Geborgenheit und Sicherheit garantiert. Sie stellt auch den dunken, schwarzen Aspekt der Göttin dar. Die Betten werden meist als gütige Frauen beschrieben, die durch die Lande ziehen, weisen Rat erteilen und Gaben schenken. Mit ihnen kann man auch über das Schicksal reden oder verhandeln. Die Menschen glaubten an die Kraft der Bethen und wandten sich an sie in Sachen Fruchtbarkeit bei Mensch, Tier und Feldern, für den Schutz der Arbeit bei der Ernte, bei Geburten, Krankheiten und Tod. Die Bethen sind auch als „die saligen Frauen“ als Kinder- oder Schicksalsfrauen bekannt. Das Wort „salig“ ist das alte keltische Wort für Heil, heilig und Heil bringend. In den keltisch geprägten Ostalpen war die anfänglich römisch-katholische Maria keine passende Lösung um den mütterlich weiblichen Aspekt der großen Göttin zu ersetzen. Hier mußten die alten Bethen herhalten, die im Laufe des Mittelalters zu den „drei heilgen Madln“- Matrgarethe, Barbara, Katharina modifiziert wurden. Die schwarze Barbara - die weiße Kartharina - die rote Margaretha Die MOIREN– Griechische Schicksalsgöttinnen Die Göttin Moira tritt meist in ihrer dreifachen Form – den Moiren auf. Klotho (die Spinnerin) mit der Spindel, die den Lebensfaden spinnt, Lachesis (die Zuteilerin) mit der Schriftrolle, die ihn misst durch alle Zufälligkeiten des Daseins erhält und das Lebenslos zuteilt und Atropos (die Unabwendbare, Unerbittliche) mit der Schere, die den Lebensfaden unter irrem Lachen abschneidet. Dargestellt werden die Moiren meist als drei alte Frauen bzw. als Jungfrau, die den Schicksalsfaden spinnt, als Mutter, die den Faden mißt und als Greisin, die den Lebensfaden durchtrennt. Die Moiren werden, obwohl sie das Schicksal des gesamten Lebens bestimmen, das Leben und das Gewebe der Lebendigkeit hüten, vor allem mit Geburt und Tod in Verbindung gebracht. Ursprünglich sollen sie die Geburt der Menschen beaufsichtigt haben und ihnen unmittelbar danach ihr Lebenslos zugeteilt haben. Späteren Überlieferungen zufolge sind sie 3 Nächte nach der Geburt eines Kindes erschienen, um den Verlauf seines Lebens zu bestimmen. Sie werden deshalb besonders geachtet und geehrt, weil sie gerecht verteilen. Der Glaube an die Schicksalsfrauen ist in vielen Kulturen mit verschiedenen Bräuchen bei der Geburt verbunden. Für gewöhnlich wird das Schicksal von den Moiren vorbestimmt. Es ist aber nicht unausweichlich. Nicht alles, was einem Menschen im Lauf seines Lebens widerfährt, ist Schicksal. Kommt ein Mensch vor der vom Schicksal bestimmten Zeit dem Tod nahe, oder plant er etwas, das mit seinem oder dem Schicksal anderer nicht übereinstimmt, so können ihm die Moiren warnende Gedanken schicken. Diese werden immer als innere Stimme oder Gewissen wahrgenommen. Es ist daher gut, der Stimme des Herzens größte Aufmerksamkeit zu schenken. Handelt ein Mensch entgegen, so ist sein weiteres Schicksal selbst verschuldet. Menschen können auch mit dem Segen der Moiren ihr Schicksal selbst beeinflussen und zum Guten wenden. Frauen, die ihr Leben in die Hand nehmen und sich nicht mehr zum Spielball von anderen Menschen oder Umständen machen lassen, rufen sie die Mioiren zur Unterstützung. PARZEN – römische Schicksalsgöttinnen Ursprünglich waren die Parzen Geburts- und Geburtshilfegöttinnen. Da ihnen aber auch die Bestimmung des Lebensschicksals der Neugeborenen oblag, wurden sie im Laufe der Zeit zu Schicksalsgöttinnen, die das Leben, Schicksal und Tod der Menschen bestimmen. Die Namen der Parzen sind Nona (Neunte), Decima (Zehnte) und Parca (Geburtshelferin). Aus dieser Parca, einer römischen Geburtsgöttin ging die dreifache Variante der Schicksalsfrauen hervor. Nona und Decima (nach den wichtigen neunten und zehnten Monat einer Schwangerschaft) deuten sowohl auf die Geburt, als auch auf das Schicksal hin. Diese Göttinnen wurden am Ende der Schwangerschaft um ein gutes Schicksal für das Kind ersucht, Gemeinsam wurden sie auch als Alemonia wahrgenommen, jener Göttin, die die Föten im Mutterleib nährt.




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