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  • Ilse_Ritz

Der Frauenmantel (Alchemilla)

auch „Allerfrauenheil“ genannt, ist eine unserer wertvollsten Heilpflanzen vor allem für Frauen. Seine Inhaltstoffe wirken heilend und stärkend auf die Beckenorgane der Frau und ausgleichend und regulierend auf den ganzen weiblichen Organismus. Die Wurzel enthält pflanzliche Hormone; diese sogenannten Phytohormone haben ähnliche Wirkungen wie das Hormon Progesteron. Seine Gerbstoffe wirken zusammenziehend, heilungsfördernd und haben einen straffenden Effekt auf der Haut. Man verwendet ihn auch als wassertreibendes und herzstärkendes Mittel. Unsere Vorfahren verwendeten die Pflanze als Wundkraut - und bei Knochenbrüchen.

Der Frauenmantel scheidet am Morgen an der Spitze seiner Blattzähnchen kleine Wassertropfen aus, welche sich am Grund des Blattkelchs zu einem großen Tropfen sammeln. Alchemisten des Mittelalters nannten diesen Tropfen „Himmelswasser“. Sie wussten um die besonderen Kräfte dieser Tropfen und sammelten sie morgens bei Sonnenafgang ein. Für sie war der Frauenmantel eine kleine Alchemistin, die das Wasser aus der Erde in sich aufsaugt, „läutert“ und wieder abgibt, um es dem Himmel zu opfern.

Als großes Frauenheilmittel war der Frauenmantel immer unter dem Schutz einer weiblichen Gottheit gestellt. Bei den Germanen war das Freja, die Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Die germanischen Frauen bereiteten ihre Heiltränke, indem sie Frauenmantel in Honigmet oder in Ziegemilch siedeten. Nach der Christianisierung wurde der Frauenmantel unter die schützenden Mäntel der Maria gelegt und durfte den Namen der neuen Göttin tragen „Marienmantel“.

Der Frauenmantel bevorzugt halbschattige Wiesen, Weg- und Waldränder – Plätze, die Harmonie ausstrahlen und Seelenfrieden spenden. Man sagt, das die Heilpflanze meist dort wächst, wo sie benötigt wird. Die große Freundin der Alchemilla ist die Lärche, der lichtvollste aller Nadelbäume. Im Frauenmantel, so sagt man, fliesst blaues Blut, denn er entsammt dem edlen Geschlecht der Rosengewächse.

Man sammelt das blühende Frauenmantelkraut (Blätter, Blüten und Stengel) von Mai bis September während einer Schönwetterphase. Die Pflanze sollte voll im Saft stehen, was bei zunehmendem Mond der Fall ist. Will man aus dem Frauenmantel Tee bereiten, erntet man ihn um die Mittagszeit, wenn sder Morgentau abgetrocknet ist.

Der Frauenmantel ist ein unentbehrliches Kraut bei Schwangerschaft und Geburt. Während der Schwangerschaft sollten täglich 2 Tassen Frauenmanteltee getrunken werden, um den Hormonhaushalt auszugleichen. Sein einhüllendes Wesen macht den Frauenmantel zur idealen Schutzpflanze für Mutter und Kind. Der Frauenmantel wirkt auf sanfte Weise vielen Schwangerschaftsbeschwerden entgtegen. Er kräftigt zB die Venen, liefert Mineralstoffe und lindert Anflüge von Übelkeit in der Frühschwangerschaft. Auch bei Problemschwangerschaften sollte Frauenmantel wegen seines hormonell ausgleichenden Einflusses angewendet werden. Kurz vor der Geburt verordnen Hebammen oft eine Teemischung aus Frauenmantelkraut und Himbeerblättern.


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