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  • Ilse_Ritz

Brennessel

„Haben gepflückt die frischen Blätter, gaben sie dann auf die Erd, traten drauf mit bloßen Füssen. Haben getanzt wohl auf den Blättern, bis das Feuer war entfacht. Konnten es spüren auf den nackten Füßen, stieg den ganzen Körper hinauf. Konnten spüren nun die Kraft, die ging von der Pflanze aus. Hat entzündet unser Feuer, machte uns kräftig und stark.

Aus den Stengeln haben geflochten wir Ruten und hingen sie auf. Dienten uns das ganze Jahr wohl, gegen böse Geister gut. Konnten vertreiben sie mit den Ruten.

Legten die frischen Blätter auf unsere Hände, das tat wohl und gut. Flink und schnell in Windeseile konnten nähen wir so das Kleid. Nesselkleid aus feinsten Fasern haben genäht wir geschwind. Ließen es bleichen in der Sonne, bis es war ein weißes Kleid. In den Saum haben genäht wir viele junge Blätter zart. Und das Kleid nahm alles Dunkle, machte frei uns von allem Leid. Hat verbrannt, was uns geschehen, konnten dann nicht mehr spüren Schmerz und Leid.

Blätter zu Brei haben wir vermahlen, strichen den Brei dann auf den Kopf, hüllten ihn in weiße Tücher, bis genommen war das Dunkle. Lichter brannten dann im Kopfe, eines nach dem Anderen auf. Gar so hell wurde es dann im Kopfe, dunkle Gedanken flogen fort.“


Die Brennessel wächst mit Vorliebe in der Nähe menschlicher Siedlungen. Für unsere keltischen und germanischen Vorfahren galt sie als Beschützerin des Gehöfts. Sie hält Gedanken der Missgunst und des Neids von den Bewohnern fern und wandelt negative Strahlung um. Sie wird auch als die Kriegerin unter den Pflanzen bezeichnet und ist eine der ganz großen Schutzgeister in der Pflanzenwelt. Ihre Kraft macht kämpferisch, stark und mutig und hilft, uns klar abzugrenzen und lässt uns erkennen, was uns gut tut und wovon wir uns besser fern halten sollten. Brennesseln wachsen gerne an Orten, wo sich Wasseradern kreuzen und an Strahlungsorten. Die Germanen weihten die Pflanze ihrem Donnergott Donar, der für Fruchtbarkeit und männliche Potenz zuständig war. In gewisser Weise ist die Brennessel eine bewusstseinsverändernde Pflanze, die durch ihr Stechen das Bewusstsein ins Hier und Jetzt versetzt.


Die Brennessel ist harntreibend, stoffwechselaktivierend, schleimlösend, verdauungs-fördernd, regt die Blutbildung an und füllt die Eisendepots im Körper auf. Sie ist ein eßbares Wildkraut, das Stoffwechsel und Verdauung aktiviert.

In ihrer heißen, feurigen Art ist die Brennessel eindeutig dem Planeten Mars zugeordnet und sie wird verordnet, wenn es etwas zu erwärmen oder auszutrocknen gilt zB bei Asthma oder Lungenentzündung. Aber auch bei verschiedenen Erkrankungen mit Fieber kommt die Brennessel zur Anwendung – nach dem Motto „Gleiches wird mit Gleichem geheilt“. Im Frühjahr entwässert sie den Körper und transportiert Gift- und Schlackenstoffe ab. Sie wirkt blutbildend und zellerneuernd und sie ist schmackhafte und gesunde Nahrung (auch ein wichtiger Bestsndteil der Gründonnerstagsuppe)


In der Volksheilkunde hat sich die „brennende Pflanze“ bestens zur Behandlung von Rheuma und Gicht bewährt, da sie dem Körper hilft, die angestauten Giftstoffe aus den Gelenken, Muskeln und dem Blut abzutransportieren. Die beste Brennesselkur bei Rheuma sind Abreibungen mit der frischen Pflanze. Für die Heileigenschaften verantwortlich ist einerseits das Gift in den Brennhaaren, die bei Berührung abbrechen und auf der Haut ein Kribbeln verursachen. Dank ihren Eigenschaften „Wärme“ und „Trockenheit“ befreit die Brennessel den Körper von überflüssigem Schleim.

Brennesseltee wirkt harntreibend und entschlackend, ist gut für alle Ekzeme und Hautprobleme, für Nierensteine und Harngrieß und auch als Zusatzbehandlung bei Zuckerkrankeit, da er die Funktion der Bauchspeicheldrüse günstig beeinflusst. Außerdem lindert Brennesseltee Entzündungen des Hals- und Rachernraumes , sowie Kehlkopf- und Mandelentzündung; andererseits enthalten die Blätter wenn sie noch jung sind, viele Vitamine und Mineralstoffe, vor allem Eisen, Vitamin C, Kalium, Magnesium, Kieselsäure und sogar Eiweiß.

Sehr zu empfehlen ist die Einnahme der Brennessel gegen Ende der Schwangerschaft, sie erhöht den Eisengehalt des Blutes und regt die Tätigkeit der Milchdrüsen an. Brennessel-samen können getrocknet und über den Salat gegeben werden.Die Samen werden auch als potenzsteigerndes Mittel verwendet ( den Mönchen in den Klöstern war die Einnahme von Brennesselsamen strengstens untersagt).


Die Wurzel der Herbstnessel wurde Kranken aufgebunden, um das Fieber zu heilen. Beim Ausgraben der Pflanze musste man den Namen des Kranken nennen und wessen Sohn er sei.

Mit ihren Wurzeln und Blättern werden Stoffe und Wolle gefärbt und die zähen Fasern der Stengel werden zu Stoff verarbeitet. Die Kelten stellten aus Nesselfasern Stricke, Säcke und feine Hemdenstoffe her; Nesselhemden wurden als magischer Schutz gegen Täuschungen und Illusionen getragen.


Den Pferden kann man getrocknete Brennesselblätter unter das Futter mischen, davon bekommen sie ein glänzendes Fell.


Obwohl sie allgemein als Unkraut abgetan wird, ist sie eine unserer stärksten Heilpflanzen. An überdüngten, stickstoffreichen Flächen siedelt sich die Brennessel gerne an. Wo immer Menschen sich niederlassen, ist auch die Brennessel zu finden, selbst dort, wo Siedlungen längst aufgegeben wurden, steht die Brennessel und zeigt uns an, das hier einmal Menschen gewohnt haben. Die Brennessel läuft dem Menschen geradezu nach.


Ihr wurden seit jeher magische Kräfte zugesprochen. Ein alter Brauch war es, Brennessel-büschel im Haus und Stall aufzuhängen um Mensch und Vieh vor Verhexung zu schützen. Zum Schutz vor Blitzschlag wurde ein Büschel Brennessel ins Herdfeuer geworfen.

Um das Sauerweden von Milch und Bier zu verhindern, wurde ein Brennesselzweig in die Flüssigkeit gehängt.

Auch ein Liebeszauber wurde mit der Brennessel betrieben – die Samen wurden in Wasser gekocht und mit dem Sud die Türschwelle der(s) Begehrten begossen. Bald darauf würde der- oder diejenige in heißer Liebe entbrennen.


Sie stellt das oftmals vom Menschen zerstörte Gleichgewicht in der Natur wieder her. Mit ihren verzweigten Wurzeln erschließt sie die Erde für neue Humusbildung und wirkt dadurch heilend auf das Bodengeschehen ein. Mit ihrem hohen Gehalt an Mineralien reichert die abgesorbene Brennessel den Boden an und wandelt das Übermaß an Sticksoff im Boden um. Unter Obstbäumen gepflanzt vermehrt sie den Ertrag. Neben aromatischen Kräutern gepflanzt, erhöht sie das Aroma und den Duft der Pflanzen. Im Gartenbau ist die Brennesseljauche ein hervorragendes Mittel, um die Pflanzen zu düngen, vor Ungeziefer zu schützen und die Bildung des Blattgrüns zu unterstützen. Über den Kompost gegossen, wirkt die Brennesseljauche wie ein Kompoststarter, indem sie die Umsetzungsvorgänge anregt.

Brennesseltee :

1-2 Tl zerkleinerte Blätter mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und 8 Min. ziehen lassen. Als Kur 2-3 Tassen täglich aber nicht länger als 3 Wochen trinken. Am besten morgens und mittags.

Im Frühjahr als Entschlackungskur, bei Harnwegsinfektionen, für stillende Mütter zur Milchbildung


Nesselsirup: befreit den Organismus von überschüssigem Schleim

Zerstoße getrocknete Brennesselblätter zu feinem Pulver, gib zu diesem Pulver die dreifache Menge an Honig, verrühre alles gur und bewahre es in einem Glas auf.

Morgens auf nüchternen Magen 15 – 25 g einnehmen.


Gegen schmerzende Gelenke :

Das schmerzende Gelenk mit einem Büschel aus Brennesseln schlagen, bis sich die betroffene Körperpartie heiß anfühlt, dann mit einem essiggetränkten Baumwollstoff abdecken, nach einigen Stunden wiederholen.


Brennesselverreibung gegen Blutarmut:

Junge Brennesseltriebe ernten, nicht waschen und die Triebe zu einem Pflanzenbrei verarbeiten und mit der doppelten Menge Milchzucker zu einer homogenen Masse verreiben. Den Brei messerrückendick auf Backpapier streichen und an einem luftigne Ort ohne dirkete Sonnenbestrahlung ca. 3 Tage trockenen lassen. Die getrockneten Platten im Mörser pulverisieren und zur Aufbewahrung in ein Braunglas geben (Haltbarkeit ca. 1 Jahr)

Verwendung : Zum Auffüllen der Eisenspeicher 2 mal tägl. 1 Tl Pulver pur od in heißem Wasser aufgelöst einnehmen.


Badezusatz :

Durchblutungsfördernd. Verwende 2 Handvoll getrocknete Blätter in 1 l Wasser und koche sie 15 Minuten. Nach dem Abseihen wird die Flüssigkeit ins Badewasser gegeben. Durcvhblutet und erwärmt den Körper und stärkt das Immunsystem.


Für glänzendes Haar:

2 Handvoll Nesselkraut zwei Stunden lang in 1 l Essigwasser köcheln, abseihen und in Flaschen abfüllen. Jeden Abend die Kopfhaut gründlich mit der Flüssigkeit benetzen.


Die Brennessel kann auch geräuchert werden.


Die Brennessel fördert und stärkt das Feuerelement und dient dazu, die Willenskraft wachzurufen und innere Krieger/in zu aktivieren. Die Brennessel wärmt das vor Kälte erstarrte Herz auf, weicht unsere aufgestauten Emotionen auf und macht weniger starr und dominierend. Sie ermöglicht es, unsere inneren Ressourcen zu erschließen und unsere angeborene Kraft und Zähigkeit zu erfahren.


Auch für die Seele bietet die Brennessel Schutz. Sie hilft uns NEIN sagen zu lernen und klare Grenzen zu ziehen. Wir lernen durch sie unsere Grenzen aufzuzeigen und lassen vieles nicht mehr so nah an uns heran. Sie hilft uns auch, uns nicht ständig mit zu hohen Ansprüchen an uns selbst zu überfordern und holt uns wieder auf den Boden der Realität zurück. Sie verleiht uins Standhaftigkeit, die wir manchmal oim Leben brauchen, um nicht von anderen Menschen oder Ereignissen überrannt zu werden. Sie hält uns fest auf dem Boden der Tatsachen und holt uns immer wieder ins Hier und Jetzt zurück.




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