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  • AutorenbildIlse_Ritz

Raunächte

Aktualisiert: 10. Dez. 2023




Die 12 Raunächte gehören zu den heiligsten Nächten des Jahres. Diese 12 Nächte sind außerhalb der Zeitordnung und die Tore zur Anderswelt stehen weit offen. Es ist die Zeit der Rückverbindung zu den Ahnen, den Lichtwesen, Engeln, Erzengeln und Göttern, eine Zeit der Orakel und Weissagungen.

Wir nehmen in dieser Zeit das Raunen der Ahnen, der Tiere und der Bäume besonders stark wahr, wenn die hauchzarten Schleier zwischen den Ebenen uns einen Einblick gewähren in unser Innerstes.

Die Percht (Holla – Fr. Holle) ist die Göttin der Rauhnächte, sie wacht über das Gebot, das alle Spinnäder stillstehen und die Arbeit ruhen soll. Die wilde Percht ist Hollas dunkle Seite. Sie ist Anführerin der „Wilden Jagd“, die mit ihrem Gefolge durch die Nacht reitet. In den dunklen Nächten besucht sie Menschen und schaut, ob sie sich an die Gesetze und Regeln des Lebens halten, wie sie leben und ob sie den Alten, den Ahninnen und allem Weiblichen Respekt erweisen. Sie hat nicht das Kämpfen im Sinn, sondern wehrt verderbliche Kräfte (rastlose, umherirrende Seelen) von den Menschen ab. In den Rauhnächten wird vor allem Frau Holle reichlich geopfert : Nüsse, Äpfel, Gebäck und Milch hinausstellen. Auch die Naturwesen freuen sich darüber

Die Göttin Frigg ist die Urgestalt der Percht und die Gemahlin von Odin, dem obersten Kriegsgott. In der wilden Jagd ist er der Anführer der Helden und zieht mit seiner Horde durch die Nächte


In den Rauhnächten werden Haus, Hof und Stall gereinigt und mit Beifuß, Wacholder, Tannenharz etc. geräuchert. Räuchern und Raunächte sind untrennbar miteinander verbunden. In dieser Zeit haben die Heilkräuter und Räucherpflanzen eine besonders starke Wirkung. Die feinstoffliche Essenz der Pflanzen spricht Körper und Seele an und hebt uns aus dem Alltag heraus, schafft Raum für Inspiration, desinfisziert Räume und wehrt Krankheiten ab.

Um die Ahnen zu speisen und Odin und sein Gefolge bei der Wilden Jagd gnädig zu stimmen, Haus und Hof vor bösen Geistern zu schützen, benötigen wir Weihrauch, denn der Rauch von Weihrauch ist eine geistige Speise andersweltlicher Wesen.

Räucherwerk für die Raunächte : Fichtenharz, Wacholderbeeren, Beifuß – wird gemörstert und auf Räucherkohle verbrannt !

Geräuchert kann auch werden : Kiefernharz, Wacholderbeeren, Lebensbaumzweige


Am Ende der 12 Heiligen Nächte, ehe sich das Jahresrad wieder zu drehen begann, kamen im keltischen Alpenraum die drei Matronen vorbei – im Mittelalter kannte man diese drei Göttinnen als die drei Bethen : Ambeth, Wilbeth und Worbeth, die jedes Haus für das kommende Jahr segneten.

Der eigentliche Beginn der 12 „offiziellen“ Rauhnächte ist der 25. Dezember und endet am Morgen des 6. Jänner. Der 21. Dezember wird meist als Beginn der Rauhnächte miteinbezogen und wird als die Nullte Rauhnacht bezeichnet – die dunkelste Nacht des Jahres, auch Mutternacht oder Thomasnacht genannt.

Die 12 magischen Nächte fordern uns auf in die Stille einzutauchen, um die Kraft und Weisheit in uns zu entdecken, Vergangenes loslassen und Kraft tanken für einen neuen Zeitabschnitt. Es ist die Zeit der Auflösung des Alten, des Neubeginns , die Zeit das eigene Schicksal neu zu gestalten.

Begehen wir die Raunächte vorsichtig und achtungsvoll, denn sie beherbergen das ganze kommende Jahr in sich. An diesen Tagen darf man sich besinnen und Pläne für das neue Jahr schmieden.

In all diesen Nächten sind die Geister besonders aktiv und tapfere Menschen ziehen hinaus, um die Bösen unter ihnen zu vertreiben.

Die Raunacht geht jeweils von 24 Uhr bis zur nächsten Nacht 24 Uhr !






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