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  • Ilse_Ritz

Imbolc - Lichtmess

Das Lichtfest Imbolc ist eines der vier Mondfeste und das erste Fest im Jahreskreis, ein Fest der Reinigung, der Fruchtbarkeit, der Neuausrichtung und steht für das Erwachen der Natur. Zu Imcolc hat das zur Wintersonnenwende neu geborene Licht gesiegt.


In der Nacht von 1. auf 2. Februar oder zum 2. Vollmond nach der Wintersonnenwende wird das ursprünglich keltische Lichtfest "Imbolc" gefeiert. Übersetzt bedeutet Imbolc „das Anlegen der Schafe zum Säugen“, denn bald werden die ersten Lämmer geboren. Im christlichen Sinne wurde aus Imbolc Maria Lichtmess, ein Marienfest. Imbolc ist das Fest, um dem Winter zu verabschieden. Die Zeit um Imbolc ist eigentlich eine Schwellenzeit, denn das Alte, der Winter ist noch nicht ganz vorbei und das Neue, der Frühling noch nicht ganz da. Die kraftvollen Sonnenstrahlen dringen tief in die Erde ein, damit die Samen zu keimen beginnen und neues Leben geboren wird. Die ersten Tiere erwachen aus dem Winterschlaf und die ersten Pflanzen strecken ihre Spitzen aus der kalten Erde.


Das Lichterfest Imbolc ist Brigid, der keltischen Muttergöttin und Göttin des Frühlings und des Feuers geweiht. Die Göttin Brigid ist untrennbar mit dem Element Feuer verbunden, denn sie wurde auf einer Türschwelle zwischen Flammen und Lichtsäulen geboren und aus ihrer Stirn stieg ein riesiger Flammenturm, der bis in den Himmel reichte. Ihre Lebenskraft hält die Flammen am Lodern. Sie ist auch die Schutzgöttin der Heiler/innen und Göttin der Schmiedekunst. In der Nacht von 1. auf 2. Feburar bewacht Brigid selbst das heilige Feuer, während es sonst von 19 Priesterinnen gehütet wird. Sie wird oft als 2-Gesichtige dargestellt – eine Seite ist hell, die andere blau-schwarz. Brigid ist zudem auch die Patronin der Hebammen und Schutzgöttin der Gebärenden. Zu Imbolc übernimmt Brigid den Kraftstab aus Holunder von der weisen Alten, der Göttin Cailleach, Göttin der Dunkelheit und des Todes, die im Winter herrschte.


In der Zeit um Lichtmess werden den Tieren magische Kräfte nachgesagt und die Göttin Brigid zieht auf einem Hirsch reitend über das Land, weckt die schlafenden Samen und rüttelt an den Bäumen, sodass die Lebenssäfte zu fliessen beginnen. Die Frühlingskraft kehrt zurück und in der Natur beginnt wieder alles zu keimen und zu fliessen.


Die Triskele, das Kleeblatt und die Jakobsmuschel gehören zur Brigid – sie ist oft im grünen Mantel dargestellt. Eng verbunden mit dem Fest Imbolc ist auch die Birke, der Baum, der der Lichtgöttin Brigid geweiht ist. Zu Ehren von Brigid werden Binsen- oder Strohkreuze und Puppen geflochten und als Opfergaben dargebracht, um die Felder zu segnen. Brigidkreuze werden über der Haustür zum Schutz des Hauses und seiner Bewohner aufgehängt und jährlich erneuert. Brigids-Lichterkränze werden mit 12 Kerzen versehen, die das Licht der 12 Monate und die Erleuchtung versinnbildlichen.

Am Abend vor Imbolc werden Opfergaben (Butter, Kuchen, Brot) auf das Fensterbrett gelegt und Milch über die Türschwelle geschüttet, da die Göttin Brigid in der Dämmerung auf einem Hirsch reitend durch die Lande zieht.


Große Feuer werden entzündet, die das Licht der Sonne wecken sollen. Haus und Hof werden gereinigt und gründlich aufgeräumt. Wohnräume und Stallungen werden geräuchert zB mit Salbei, Birkenrinde, Beifuss, Holunder. Mancherorts gehen die Bauern zu ihren Obstbäumen, um sie wachzurufen. Wir reinigen unseren Körper mit Salzwasser oder einem Absud aus Birkenblättern, Brennessel- oder Löwenzahnblättern. Lärmend werden die Wintergeister vertieben und die Winterhexe verbrannt. Mit Gesang und schönen Klängen werden gute Geister herbeigerufen.


Zu Imbolc werden die Jahreskerzen der Göttin Brigid geweiht, um ihren Schutz zu erbitten. In die Kerze können Symbole geritzt werden wie zB die Runen Dagaz, Algiz und Berkana oder das Sonnenrad, die Sonne, der Mond oder ein Herz. Anschliessend können die Kerzen mit einem Schutzöl (zB Johanniskraut, Wacholder, Lavendel) eingerieben werden. Die persönliche Jahreskerze steht auch für unser inneres Licht. Dieses Licht wollen wir segnen und in die Welt hinaustragen.






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