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  • Ilse_Ritz

Die Brennessel

Aktualisiert: Juni 16

wächst mit Vorliebe in der Nähe menschlicher Siedlungen. Für unsere keltischen und germanischen Vorfahren galt sie als Beschützerin des Gehöfts. Sie hält Gedanken der Missgunst und des Neids von den Bewohnern fern und wandelt negative Strahlung um. Sie wird auch als Krieger unter den Pflanzen bezeichnet und ist eine der ganz großen Schutzgeister in der Pflanzenwelt. Ihre Kraft macht kämpferisch, stark und mutig und hilft, uns klar abzugrenzen und lässt uns erkennen, was uns gut tut und wovon wir uns besser fern halten sollten. Brennesseln wachsen gerne an Orten, wo sich Wasseradern kreuzen und an Strahlungsorten. Die Germanen weihten die Pflanze ihrem Donnergott Donar, der für Fruchtbarkeit und männliche Potenz zuständig war. In gewisser Weise ist die Brennessel eine bewusstseinsverändernde Pflanze, die durch ihr Stechen das Bewusstsein ins Hier und Jetzt versetzt.

Obwohl sie allgemein als Unkraut abgetan wird, ist sie eine unserer stärksten Heilpflanzen. An überdüngten, stickstoffreichen Flächen siedelt sich die Brennessel gerne an. Wo immer Menschen sich niederlassen, ist auch die Brennessel zu finden, selbst dort, wo Siedlungen längst aufgegeben wurden, steht die Brennessel und zeigt uns an, das hier einmal Menschen gewohnt haben. Die Brennessel läuft dem Menschen geradezu nach.

Sie stellt das oftmals vom Menschen zerstörte Gleichgewicht in der Natur wieder her. Mit ihren verzweigten Wurzeln erschließt sie die Erde für neue Humusbildung und wirkt dadurch heilend auf das Bodengeschehen ein. Mit ihrem hohen Gehalt an Mineralien reichert die abgesorbene Brennessel den Boden an und wandelt das Übermaß an Sticksoff im Boden um. Unter Obstbäumen gepflanzt vermehrt sie den Ertrag. Neben aromatischen Kräutern gepflanzt, erhöht sie das Aroma und den Duft der Pflanzen. Im Gartenbau ist die Brennesseljauche ein hervorragendes Mittel, um die Pflanzen zu düngen, vor Ungeziefer zu schützen und die Bildung des Blattgrüns zu unterstützen. Über den Kompost gegossen, wirkt die Brennesseljauche wie ein Kompoststarter, indem sie die Umsetzungsvorgänge anregt.

Im Frühjahr genießen wir die Pflanze als schmackhafte, gesunde Nahrung. Mit ihren Wurzeln und Blättern werden Stoffe und Wolle gefärbt und die zähen Fasern der Stengel werden zu Stoff verarbeitet. Die Kelten stellten aus Nesselfasern Stricke, Säcke und feine Hemdenstoffe her; Nesselhemden wurden als magischer Schutz gegen Täuschungen und Illusionen getragen.

In der Volksheilkunde hat sich die „brennende Pflanze“ bestens zur Behandlung von Rheuma und Gicht bewährt, da sie dem Körper hilft, die angestauten Giftstoffe aus den Gelenken, Muskeln und dem Blut loszuwerden. Die beste Brennesselkur bei Rheuma sind Abreibungen mit der frischen Pflanze. Brennesseltee wirkt harntreibend und entschlackend, ist gut für alle Ekzeme und Hautprobleme, für Nierensteine und Harngrieß und auch als Zusatzbehandlung bei Zuckerkrankeit, da er die Funktion der Bauchspeicheldrüse günstig beeinflusst. Für die Heileigenschaften verantwortlich ist einerseits das Gift in den Brennhaaren, die bei Berührung abbrechen und auf der Haut ein Kribbeln verursachen, andererseits enthalten die Blätter wenn sie noch jung sind, viele Vitamine und Mineralstoffe, vor allem Eisen, Vitamin C, Kalium, Magnesium, Kieselsäure und sogar Eiweiß. Brennesselsamen können getrocknet und über den Salat gegeben werden.

Den Pferden kann man getrocknete Brennesselblätter unter das Futter mischen, davon bekommen sie ein glänzendes Fell.




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